Kleinkinderschlaf im zweiten Jahr
Im zweiten Lebensjahr verändert sich der Schlaf noch einmal deutlich. Gleichzeitig entsteht oft der Eindruck, dass ein Kind „jetzt doch endlich durchschlafen müsste“. Genau hier ist es mir besonders wichtig, Eltern zu vermitteln: Auch im zweiten Jahr gibt es große individuelle Unterschiede.

Babyschlaf im 2. Lebensjahr – das Wichtigste
12–18 Monate: Der Übergang zu einem Mittagsschlaf
Viele Kinder machen in dieser Zeit den Übergang von zwei auf einen Tagschlaf. Dieser Übergang passiert aber nicht bei allen Kindern gleich schnell.
Typisch können sein:
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meistens 1–2 Tagschläfchen
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zunehmend längere Wachphasen
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insgesamt weiterhin viel Schlafbedarf
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längere Wachphasen am Vormittag
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der Mittagsschlaf wird wichtiger
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nächtliches Aufwachen kann weiterhin vorkommen
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Entwicklungsschritte können den Schlaf vorübergehend beeinflussen
Gerade rund um den ersten Geburtstag kann sich der Schlaf plötzlich verändern. Kinder lernen in dieser Zeit sehr viel: Sie werden mobiler, kommunizieren mehr und entwickeln zunehmend ihren eigenen Willen.
Wichtig: Ein Kind, das mit 12 oder 14 Monaten noch zwei Schläfchen braucht, ist nicht automatisch „zu viel Schlaf gewohnt“. Der individuelle Schlafbedarf zählt.
18–24 Monate: Ein Schlaf wird meist stabiler
Bei vielen Kindern hat sich inzwischen ein Mittagsschlaf etabliert.
Typischer Tagesablauf:
Aufstehen → längere Wachphase → Mittagsschlaf → längere Wachphase → Nachtschlaf
Der Mittagsschlaf kann dabei unterschiedlich lang sein. Manche Kinder schlafen ein bis zwei Stunden, andere deutlich kürzer.
Auch im zweiten Lebensjahr gilt:
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Manche Kinder schlafen nachts lange am Stück.
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Andere wachen weiterhin regelmäßig auf.
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Manche brauchen viel Unterstützung beim Einschlafen.
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Andere werden zunehmend selbstständiger.
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Die Schlafenszeit kann sich durch den Mittagsschlaf verändern.
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Was sich im zweiten Lebensjahr verändert
1. Das Kind wird immer selbstständiger
Das Kind kann zunehmend selbst entscheiden, kommunizieren und seinen eigenen Willen zeigen.
Das kann auch beim Schlafen sichtbar werden:
„Nein, ich will nicht schlafen!“
Das bedeutet nicht automatisch, dass das Kind keinen Schlaf braucht. Häufig geht es um Autonomie und darum, dass das Kind gerade etwas anderes möchte.
2. Trennungsangst kann den Schlaf beeinflussen
Viele Kinder erleben im zweiten Lebensjahr Phasen, in denen sie besonders stark die Nähe ihrer Bezugsperson suchen.
Das kann sich zeigen durch:
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Weinen beim Verlassen des Zimmers
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häufigeres Aufwachen
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stärkeren Wunsch nach Körperkontakt
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Schwierigkeiten beim Einschlafen ohne Mama oder Papa
3. Motorische und sprachliche Entwicklung kann den Schlaf beeinflussen
Laufen, Klettern, neue Wörter und viele neue Erfahrungen beschäftigen das Gehirn.
Manche Kinder wirken nachts plötzlich unruhiger oder wachen häufiger auf.
Das bedeutet nicht, dass Entwicklung grundsätzlich Schlafprobleme verursacht – aber Veränderungen können zeitweise Einfluss auf den Schlaf nehmen.
4. Der Mittagsschlaf wird wichtiger
Der Mittagsschlaf dient weiterhin der Erholung und hilft vielen Kindern dabei, bis zum Abend gut durchzuhalten.
Gleichzeitig kann ein zu später oder sehr langer Mittagsschlaf dazu führen, dass am Abend weniger Schlafdruck vorhanden ist.
Hier geht es nicht darum, den Mittagsschlaf pauschal zu kürzen, sondern den gesamten Tagesrhythmus zu betrachten.
5. Frühes Aufstehen kann weiterhin vorkommen
Auch im zweiten Lebensjahr sind frühe Morgenstunden für manche Familien ein Thema.
Dabei lohnt sich ein Blick auf mehrere Faktoren:
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Schlafenszeit
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Länge und Zeitpunkt des Mittagsschlafs
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gesamte Schlafmenge
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Licht und Umgebung am Morgen
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Gewohnheiten beim Aufwachen
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individuelle innere Uhr
Nicht jedes frühe Aufwachen lässt sich durch eine spätere Bettzeit lösen.
Schlafregressionen im zweiten Lebensjahr?
Der Begriff „Schlafregression“ wird häufig für Phasen verwendet, in denen sich der Schlaf vorübergehend verschlechtert.
Im zweiten Lebensjahr können beispielsweise Entwicklung, zunehmende Autonomie, Veränderungen im Tagesrhythmus, Zahnen, Krankheiten oder neue Lebenssituationen eine Rolle spielen.
Wichtig ist dabei:
Nicht jede schlechte Schlafphase ist automatisch eine Schlafregression.
Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen, was sich gerade im Alltag des Kindes verändert hat.
Die 18-Monats-Regression wird häufig beschrieben. Rund um diese Zeit passieren tatsächlich viele Veränderungen, die den Schlaf beeinflussen können.
Das Kind entwickelt sich gerade enorm:
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Es läuft und klettert immer sicherer.
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Es versteht immer mehr.
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Der Wortschatz wächst.
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Der eigene Wille wird stärker.
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Das Kind möchte Dinge selbst machen.
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Trennung von den Eltern wird bewusster wahrgenommen.
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Der Mittagsschlaf verändert sich bei manchen Kindern.
Dadurch kann das Einschlafen plötzlich schwieriger werden.
Ein Kind, das vorher problemlos ins Bett gegangen ist, kann plötzlich sagen:
„Nein!“
Es möchte noch spielen, aufstehen, Mama oder Papa holen oder immer wieder etwas anderes.
Das ist nicht unbedingt ein Schlafproblem.
Es kann auch ein Ausdruck der zunehmenden Autonomie sein.
Wie viel Schlaf braucht ein Kind im zweiten Jahr?
Als grobe Orientierung benötigen Kinder zwischen 1 und 2 Jahren insgesamt etwa 11–14 Stunden Schlaf innerhalb von 24 Stunden, inklusive Mittagsschlaf.
Dabei handelt es sich um einen Richtwert und nicht um ein Ziel, das jedes Kind erreichen muss.
Ein Kind mit 11 Stunden Schlaf kann genauso gut ausgeschlafen sein wie ein anderes Kind mit 13 oder 14 Stunden.
Entscheidend ist deshalb nicht nur die Schlafdauer, sondern auch:
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Wie wirkt das Kind tagsüber?
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Ist es aufmerksam und aktiv?
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Wie ist seine Stimmung?
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Wie gut kommt es durch den Tag?
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Wirkt es dauerhaft müde oder überreizt?
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Und was bedeutet „Durchschlafen“ im zweiten Jahr?
Auch im zweiten Lebensjahr kann ein Kind nachts aufwachen.
Nächtliches Aufwachen bedeutet nicht automatisch, dass etwas nicht stimmt. Entscheidend ist vielmehr, wie häufig und wie lange das Kind wach ist, wie es wieder einschläft und wie sehr die Situation die Familie belastet.
Ein Kind darf auch mit 18 oder 20 Monaten noch Unterstützung beim Wiedereinschlafen brauchen.
Der Übergang von zwei auf einen Schlaf
Das ist für viele Familien eines der großen Themen im zweiten Lebensjahr.
Anzeichen dafür, dass ein Kind möglicherweise bereit für den Übergang ist:
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Das Vormittagsschläfchen wird zunehmend schwierig.
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Der Mittagsschlaf verschiebt sich immer weiter nach hinten.
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Das Kind braucht am Abend deutlich länger zum Einschlafen.
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Ein Tagschlaf wird regelmäßig ausgelassen, ohne dass das Kind dadurch völlig übermüdet ist.
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Der Nachtschlaf verändert sich durch die bisherige Schlafverteilung.
Aber auch hier gilt:
Nicht das Alter allein entscheidet, sondern das individuelle Schlafverhalten des Kindes.
Die wichtigste Botschaft im zweiten Lebensjahr
Auch größere Babys und Kleinkinder dürfen noch Nähe, Begleitung und Unterstützung beim Schlafen brauchen.
Das zweite Lebensjahr ist eine Zeit voller Entwicklung: Das Kind wird mobiler, selbstständiger, kommunikativer und entdeckt immer mehr seinen eigenen Willen.
Schlaf muss sich an diese Entwicklung immer wieder anpassen.
Deshalb geht es auch hier weniger darum, einen „perfekten“ Schlafplan zu finden, sondern darum, den individuellen Schlafbedarf des Kindes zu verstehen und einen Rhythmus zu finden, der für Kind und Familie funktioniert.