Das erste Babyjahr im Überblick
- Corinna März

- 2. Mai
- 4 Min. Lesezeit
Neugeborene schlafen sehr viel, aber ohne festen Rhythmus. Erst mit etwa drei Monaten beginnt sich das langsam zu verändern. Mit sechs Monaten wird der Schlaf oft stabiler, und im Laufe des ersten Jahres entwickelt sich zunehmend ein klarer Unterschied zwischen Tag- und Nachtschlaf.
Was mich anfangs überrascht hat: „Durchschlafen“ bedeutet nicht unbedingt, dass mein Baby die ganze Nacht schläft. Oft reichen schon sechs bis acht Stunden am Stück, damit es offiziell als Durchschlafen gilt, das bedeutet altersgerechtes Durchschlafen und so arbeite ich auch.
Auch habe ich gelernt, dass Schlafregressionen, Wachstumsschübe oder Zahnen den Schlaf immer wieder durcheinanderbringen können. Das ist anstrengend, aber völlig normal und vorübergehend. Jedoch kann man auch hier mit den richtigen, altersgerechten Wachzeiten arbeiten, sodass das Baby nicht übermüdet und trotz Entwicklung, zu ausreichend Schlaf kommt.
Fangen wir mal mit den Regressionen an. Im ersten Lebensjahr eines Babys finden drei Regressionen statt. Aber was sind denn jetzt überhaupt Regressionen?
Schlafregressionen sind vorübergehende Phasen der Veränderung, in denen ein Baby oder Kleinkind, das zuvor gut geschlafen hat, plötzlich wieder häufiger aufwacht, schlechter in den Schlaf findet, kürzere Nickerchen hält oder ein Tagschlaf ganz wegfällt. Manche Kinder sind nachts zeitweise wach, andere beginnen plötzlich deutlich früher am Morgen aufzuwachen. Wichtig ist dabei: Es handelt sich nicht um einen Rückschritt, sondern meist um einen Hinweis auf eine neue Entwicklungsphase oder einen Wachstumsschub.
Schlafregressionen sind eng mit den Meilensteinen in der Entwicklung eines Kindes verbunden. Sie dauern ganz unterschiedlich, je nach Baby, zwischen zwei und sechs Wochen.
Schlafregressionen sind also Phasen im Leben eines Kindes, in denen sich seine Fähigkeiten und sein Schlafverhalten parallel weiterentwickeln und das führt (kurzfristig) zu unruhigeren Nächten.

Die erste wird „4-Monats-Regression“ genannt und findet so in etwa in diesem Zeitraum statt.
Wann?
Meistens zwischen 3,5-5 Monaten (nicht exakt bei jedem Baby!)
Dauer: unterschiedlich, zwischen 2-6 Wochen
⟶ Es findet eine dauerhafte Veränderung vom Schlafverhalten statt.
es entstehen Schlafzyklen, dein Baby darf lernen diese miteinander zu verbinden.
Ein Schlafmuster wird erkennbar, dein Baby macht signifikant mehr Nacht- als Tagschlaf.
Es können Schlafassoziationen entstehen.
Dein Baby macht derzeit drei bis vier Tagschläfchen.
Wie du die Regression erkennst:
häufigeres Aufwachen in der Nacht
kürzere Schläfchen ⟶ Mama wird gebraucht, um die Schlafzyklen zu verbinden, hier entstehen oft Schlafassoziationen
schwereres Einschlafen
Bedürfnis nach mehr Nähe
generell unruhiger Schlaf
Dein Baby lernt, dass es Schlafzyklen gibt, die es zu verbinden gilt.
Die kognitive Entwicklung hat stattgefunden, dein Baby nimmt nun mehr wahr.
Was sich wie ein Rückschritt anfühlt, ist in Wahrheit ein riesiger Schritt in Richtung Selbstständigkeit 😊
Anschließend kommt die „9-Monats-Regression“.
Wann?
meist zwischen 8-10 Monaten, eine der größten Entwicklungen im 1. Babyjahr
Dauer: oft 2-6 Wochen,
Es wird mobiler (drehen, krabbeln, hochziehen), das muss auch in der Nacht geübt werden.
Dein Baby versteht Zusammenhänge besser und nimmt seine Umgebung bewusster wahr.
Schlafassoziationen können hinzukommen oder sich verstärken
Dein Baby macht derzeit zwei bis drei Tagschläfchen, es kommt ziemlich sicher auch zu einer Umstellung auf zwei Schläfchen in dieser Zeit.
Wie du die Regression erkennst:
weint, wenn Mama weg geht (Trennungsangst entsteht!)
Dein Baby wacht häufiger in der Nacht auf.
Das Bedürfnis nach mehr Nähe besonders in der Nacht kommt dazu.
Es kann zu schwererem Einschlafen und mehr Weinen beim Ablegen kommen.
Dein Baby ist agiler im Bett (vor und während des Schlafens)
⟶ mehr Entwicklung sorgt für unruhigere Nächte
Das ist eine richtig heftige Zeit, dein Baby nimmt rasant Fahrt auf und entwickelt sich weiter. Es passieren mehrere Dinge gleichzeitig – es kann sich auf einmal drehen, fängt zum Robben und/oder Krabbeln an, es lernt sich hochzuziehen und zu stehen. Das Essen funktioniert immer besser. Wie du siehst, es ändert sich ständig was bei deinem Baby und das beeinflusst natürlich auch den Schlaf.
Und zu guter Letzt kommt die „11.-Monats-Regression“:
Wann?
meist zwischen 11-13 Monaten, also rund um den 1. Geburtstag
Dauer: oft 2-6 Wochen, kann phasenweise auftreten
Körperliche Entwicklung: Dein Baby macht die ersten Schritte und wird deutlich mobiler. Es entdeckt aktiv die Welt.
Dadurch das Gehirn ist ständig „on" ⟶ Kognitive Entwicklung: dein Baby versteht immer mehr, die ersten Wörter kommen dazu.
Der Schlafbedarf verringert sich häufig vorübergehend um ein bis zwei Stunden.
Derzeit finden ein bis zwei Tagschläfchen statt, bei zwei kann einer davon gestrichen werden, kommt aber meist wieder zurück.
Wie du die Regression erkennst:
Es dauert plötzlich das Einschlafen länger und es findet mehr Protest am Abend statt.
Dein Baby wacht wieder häufiger in der Nacht auf, was zu unruhigeren Nächte führt, weil dein Baby mehr denkt und verarbeiten darf.
Dein Baby hat vorübergehend weniger Schlafbedarf, dadurch ist frühes Aufwachen möglich.
Generell kann es zu einem Nap-Chaos kommen. Dein Baby verweigert plötzlich den Tagschlaf oder macht nur kurze Powernaps.
Du denkst dir vielleicht, „wirklich? Noch eine“ – und die Antwort lautet „Ja“ natürlich 😊 denn dein Baby entwickelt sich jeden Tag weiter, da ist kein Tag wie der gestrige. Wenn man etwas sagen kann, dann dass nichts so bleibt. Was am vorherhigen Tag gut funktioniert hat, kann man nächsten Tag für Chaos sorgen.
Deshalb ist es umso wichtiger, jeden Tag einen ähnlich bis gleichen Tagesablauf zu haben. Das hilft deinem Baby enorm. Routine ist wichtig, Wiederholungen sind wichtig und geben deinem Baby Sicherheit und Vorhersehbarkeit.
Körper + Gehirn + Emotion reifen gleichzeitig, dadurch wird das System von deinem Baby kurzfristig überfordert.



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